Eine neue Vitalität des Lokalen

Aktualisiert: 2. Juni

«Zum Basiswissen der Zukunftsforschung zählt auch die Erkenntnis, dass jeder Trend irgendwann einen Gegentrend erzeugt. In den nächsten Jahren wird sich deshalb die Sehnsucht nach Urbanität wieder umkehren: Dörfer, Kleinstädte und ländliche Regionen können eine Renaissance erleben. In den Konzepten der Progressiven Provinz finden Beziehungsqualität und Weltoffenheit auf neue Weise zusammen – und erzeugen eine neue Vitalität des Lokalen.» Matthias Horx, Zukunftsinstitut


Wir von «Zukunftsgemeinde» sind überzeugt, dass Horx recht hat und das Land und die Dörfer sich zum neuen Zukunftsraum entwickeln werden. In Zukunftsdörfern entstehen technologische und soziale Innovationen, die weit über die Region hinaus wirken – und auch die Städte prägen werden. Ein progressives Mindset ist nicht an den Standort oder die Grösse der eigenen Gemeinde geknüpft.


Die Rolle der Völkergemeinschaft und der Städte wird über- und die Rolle der Dörfer wird unterschätzt

Die Rolle der Landschaft wird unterschätzt, weil man davon ausgeht, dass die SDG’s der Völkergemeinschaft die Herausforderung quasi im Top-down Ansatz lösen werden. Wie wir wissen, haben wir die letzten 30 Jahre mit dem Top-down Ansatz sehr wenig für ein nachhaltiges Leben erreicht. Bottom-up Ansätze werden selbstverständlich auch beachtet und auch gefördert. Die Resultate sind jedoch auch hier ernüchternd. Weil diese x-tausend Einzelaktionen keinen wahrnehmbaren Impact erzielen.


Konsens herrscht darüber, dass vor allem Städte sich nachhaltig entwickeln können, weil In den Städten die Bereitschaft für nachhaltige Entwicklung grösser ist als anderswo. Das mag an der Urne und in Umfragen so beantwortet werden. Wenn es jedoch um die konkrete Umsetzung geht, hapert es. In den Städten kommt man selten über Balkonprojekte, Fahrradstreifen und -Abstellplätze hinaus.


Wo liegen die Schwierigkeiten? Erstens kennt man sich in der Stadt nicht persönlich. So entsteht kein Wir-Gefühl. Dieses Wir-Gefühl als Basis für grosse Würfe fehlt. Zweitens sind Städte fertig gebaut. Es fehlt somit an freien Flächen, an bezahlbarem Platz um zum Beispiel Projekte für kurze Kreisläufe oder nachhaltige Energielösungen umzusetzen. Es fehlt nicht selten auch die Möglichkeit für experimentelle Flächen. Und drittens sind Städte bereits wieder so gross und unüberschaubar, dass nachhaltige Entwicklung kaum zu erklären ist. Deshalb wird die Umsetzung der SDG’s in den Städten, im Vergleich zu einer Landgemeinde, viel anspruchsvoller. Es fehlt den Städten nicht der Wille aber die Handlungsoptionen.


Die Zukunft ist auf dem Lande

Daher sind wir der Überzeugung, dass nachhaltige Entwicklung auf kommunaler Ebene und insbesondere in ländlichen Regionen funktioniert. Weil es in ländlichen Regionen einfacher ist nachhaltige Entwicklung ganzheitlich zu betrachten, genügend Platz vorhanden ist und das Mass der Bereitschaft dank einem Wir-Gefühl positiv zu beeinflussen ist.


Unsere Buchempfehlung: Progressive Provinz – Die Zukunft des Landes Herausgeberin: Zukunftsinstitut



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