Nachhaltige Entwicklung ist komplex und abhängig vom Mass der Bereitschaft

Nachhaltige Entwicklung ist sehr komplex und komplexe Herausforderungen sind ganzheitlich zu betrachten. Auf der lokalen Ebene gelingt die ganzheitlich Betrachtung besser. Akteure verstehen dadurch, wie man nachhaltige Entwicklung konkret machen kann. Somit entsteht Vertrauen in die Wirksamkeit des Handels und dieses Vertrauen ist die harte Währung, um das Mass der Bereitschaft zu erhöhen.


Menschen lieben es nicht, sich mit komplexen Sachverhalten auseinanderzusetzen. Insbesondere, wenn es um Themen geht, die keinen Referenzrahmen bieten. Zum Beispiel das Nettonull-Klimaziel 2050. Versucht man dieses Ziel vor Augen zu führen, stellt man unweigerlich fest, dass die Energiewende ein unfassbares Abstraktionslevel besitzt. Auf lokaler Ebene können wir die Energiewende eher denken und verstehen. Wie das geht, versucht das Reallabor «ENERGIE-HUB Buttisholz» in der Zusammenarbeit mit der EMPA und der Hochschule Luzern herauszufinden.


Das Reallabor «ENERGIE HUB Buttisholz» hat sich das Ziel gesetzt, dass Buttisholz bis 2035 CO2-neutral ist. CO2-Neutralität soll in den Bereichen Strom, Wärmeversorgung, Landwirtschaft, Gewerbe und Verkehr erreicht werden. Auf dem Gemeindegebiet von Buttisholz sind bereits diverse Aktivitäten zur Dekarbonisierung am Laufen. Buttisholz baut beispielsweise ein CO2-neutrales Fernwärmenetzes auf, oder die Firma Uneco plant ein Werk zur Herstellung von synthetischem Treibstoff aus Biomasse auf dem Industriegelände von Buttisholz. Viele weitere Ideen existieren, z.B. die Nutzung von Geothermie, Solar-, oder Windenergie für einen nachhaltigen Strommix, oder dem Fördern von lokalen kurzen Kreisläufen.

Einzelne unabhängige Initiativen reichen jedoch nicht aus, um das Ziel «CO2-Neutralität» zu erreichen. Und da beginnt nun die Komplexität. Es braucht daher ein systematisches Vorgehen, um alle Aspekte der Dekarbonisierung zu erfassen und in einen stimmigen CO2-Absenkungspfad mit einzubeziehen. Konkret müssen die folgenden Fragen beantwortet werden:

  • Was genau umfasst das Ziel «CO2-Neutralität»? Wie werden beispielweise «graue Emissionen» behandelt? Es muss ein Zielzustand entwickelt werden, auf den hingearbeitet wird.

  • Die heutigen direkten und indirekten CO2-Kreisläufe in Buttisholz müssen verstanden werden. Darauf aufbauend können verschiedene CO2-Senkungsoptionen nach deren Umsetzungsschwierigkeitsgrad (technisch, ökonomisch, sozial) bewertet und klassifiziert werden. Dies dient als Basis für die nachfolgende Umsetzung der vielversprechendsten Anwendungen.

Interessiert? An der LEWE Tagung am 17. September 2022 stellt der «ENERGIE HUB Buttisholz» seine Aktivitäten, Modelle und Projekte vor.



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