top of page
  • AutorenbildRené Ziswiler

160 Milliarden indirekte Krankheitskosten, von denen niemand spricht

Es stehen zwei Initiativen zur Abstimmung: die Kostenbremse der Mitte-Partei und die Prämien-Entlastungs-Initiative der SP. Beide zielen darauf ab, die finanziellen Belastungen zu mindern, verfehlen aber das eigentliche Ziel – die Bekämpfung der Ursache und die langfristige Gesundung des Krankheitssystems.


Der fehlende Fokus auf Prävention

Beide Initiativen ignorieren die Notwendigkeit, in Präventionsmassnahmen zu investieren. Prävention kann die langfristigen Gesundheitskosten erheblich senken, indem Krankheiten frühzeitig verhindert oder früh erkannt und behandelt werden. Indirekte Kosten, wie Produktivitätsverluste und informelle Pflege, machen einen Grossteil der Krankheitskosten aus und könnten durch effektive Präventionsstrategien drastisch reduziert werden.


Wirtschaftliches Interesse

Erstaunlich ist, dass Wirtschaftsverbände sich kaum für Prävention stark machen. Obwohl Unternehmen täglich mit den Folgen von Krankheitsabwesenheiten und Fachkräftemangel kämpfen, bleiben sie stumm. Kurzfristiges Denken, die Komplexität des Themas und die Angst vor zusätzlichen Kosten und Regulierungen könnten Gründe dafür sein.



Höhe der indirekten Kosten

Eine Studie der Interpharma zeigt, dass die indirekten Kosten, einschliesslich Produktivitätsverluste und informelle Pflege, etwa zwei Drittel der gesamten Krankheitskosten ausmachen. Pro Franken Gesundheitskosten stehen zwei Franken indirekte Kosten gegenüber. Stimmen die Zahlen von Interpharma, sprechen wir von rund 160 Milliarden indirekten Kosten in der jährlichen Bilanz der Schweizer Volkswirtschaft.


Integrierte Versorgung und lokale Gesundheitsförderung als Antwort

Die integrierte lokale Versorgung ist ein wirksames Mittel, um die Gesundheitskosten zu senken. Durch die Koordination und Vernetzung verschiedener Gesundheitsdienste können Synergien genutzt und ineffiziente Doppelstrukturen vermieden werden. Gleichzeitig muss die Gesundheitsförderung auf lokaler Ebene geschehen. Die Initiative "Zukunftsgemeinde" etabliert Reallabore, wie den Local Health Hub, um lokale Gesundheitsinitiativen zu unterstützen und Präventionsmassnahmen effektiv umzusetzen.


Blick über den Tellerrand

Politik wie auch Wirtschaftsverbände sollten die Augen öffnen und über den Tellerrand blicken. Die Ignoranz gegenüber den immensen Vorteilen der Prävention ist nicht nur kurzsichtig, sondern geradezu fahrlässig. Anstatt die Präventionsmassnahmen als Kostenfaktor zu sehen, sollten sie als Investition in eine gesunde und produktive Zukunft betrachtet werden.


Ein anderes Denken ist dringend nötig

Die Lösung für die steigenden Gesundheitskosten liegt nicht in der kurzfristigen Begrenzung der Ausgaben oder der Umverteilung der finanziellen Lasten, sondern in der nachhaltigen Förderung der Prävention. Es ist höchste Zeit, dass sowohl die Politik als auch die Wirtschaft die Bedeutung der Prävention anerkennen und entsprechende Massnahmen unterstützen.

31 Ansichten0 Kommentare

Comments


bottom of page